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Meine Augen haben nun endlich, im zweiten Block, die morgendliche Müdigkeit überwunden. Ich sitze im Fach Finanzierung und setze mich mit dem Leverege Effekt auseinander. Nicht gerade ein Blockbuster! Auf den Punkt gebracht zieht sich dieser Themenblock wie zäher Schleim durch den Vormittag. Darüber hinaus überkommt mich so langsam ein Hungergefühl, welchem jedoch durch das Bewusstwerden an die mitgeführte und nahezu ungenießbare Blockwurst auf dem Pausenbrot, bald Einhalt geboten wird. Ein saftiges Entrecôte von Blockhouse wäre mir, trotz der frühen Morgenstunden, lieber. Es fließt immer noch Schleim. Erschwerend kommt hinzu, dass die Gestalt da vorn den Verdacht zulässt, ihren Weg heut Morgen, unter zu Hilfenahme eines Besens, vom Blocksberg direkt hier her gefunden zu haben. Na komm, egal! Die nächste Überschrift "Berechnung der Eigenkapitalrentabilität" beschließe ich zur Eigenmotivation einfach mal in, einer von mir eigens dafür kreierten, Blockschrift zu schreiben. Erwartungsgemäß hilft auch das nicht, aber den Versuch war es wert. Ich denke demnächst probiere ich es mal mit einem linierten Block Papier, mal sehen wie das so läuft. Endlich Pause, das war höchste Zeit Zwanzig Minuten Ruhe, Kaffee trinken, rauchen, strullen, einmal um den Block gehen, frische Luft schnappen. Im nächsten Block geht es im Fach Pädagogik um Blockierungen in der Kommunikation. Obwohl dieses Thema interessanter ist als das vorangegangene, kommt es dennoch nicht an ein romantisch verklärtes Leben in einer Blockhütte heran. Ich lehne mich zurück und lege den Kopf in den Nacken. Irgendwie tut alles weh aber ich weiß nicht mal warum, dem Gefühl nach hat mich ein Chevi V8 Bigblock angefahren. Ich drücke den Rücken durch und höre es laut und deutlich zweimal knacken. Ich weiß, dass war nur die Spitze des Eisbergs, denn wahrscheinlich ist mein gesamter Rücken voller Blockaden. Die letzte Stunde beginnt. Herr Block steht an der Tafel und erklärt uns, in der Manier eines Blockwartes, die Faszinationen und Abgründe des Personalmanagments. Durch umfassende und nach dem Gusto Freud´s durchgeführter Analyse der, von mir in meinen Notizblock gemalten, davonfliegenden Vögel, komme ich zu dem Entschluss. Ich bin hier falsch. Heute zumindest! Zwei Häuserblöcke weiter ist ein Massagestudio, da müsste ich jetzt sein. Müsste! Verdammter Konjunktiv II! Und diese blöde Tür blockiert mir den Fluchtweg. Ich versuche mich zusammenzureißen und nicht wütend zu werden, denn ich kann mir Bluthochdruck jetzt einfach nicht leisten, ich hab meine Beta- Blocker bei den Jungs aus dem schwarzen Block vergessen. Die liegen jetzt schön bei einem von denen zu Hause auf dem Küchenblock, neben der Blockschokolade, welche ich auch sehnsüchtig vermisse. Ruhig Lars! Ruhig! Denk an was Schönes! Denk an…..Klaus Linkenbachs „Wer nur den lieben Gott lässt walten“. Partita für Altblockflöte und Blockorgel, Partitur und Stimme.
Ahhhh schon besser.
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Das Leben als Block
Ahhhh schon besser.
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