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(Sommer.) Bochum, Freiburg, Heidelberg und zurück. Man witzt wie ein Wein.
Der Poet in der Sommerzeit verhält sich wie alle Gegenstände unter Hitzeeinwirkung. Man dehnt sich aus. Bereits früh in der Woche erreichte ich so die Ausmaße eines Fahrzeugs der Golfklasse und entwickelte mich schnell weiter über die Größe eines Reisebusses, ICEs und Jumbo-Jets und Lars Ruppel’s Brille bis ich endlich annähernd so groß war wie Einsteins Titten.
Natürlich nur annähernd.
In der ersten Wochenhälfte jedenfalls hatte ich keine Auftritte und vertrieb mir die Zeit so, wie es die Sitte der Ahnen verlangte: Ich versuchte, mir mit Legosteinen ein regelmäßiges Punkte-Muster auf die Handrücken zu drücken, um den Respekt der Straße zu gewinnen. Tätowiert sein kann ja jeder Hipster; der neue Trend heißt Legowieren.
Am Donnerstag Morgen machte ich mich dann endlich auf, neue Abenteuer zu erleben. Auf dem Weg zum Bahnhof nickten mir die Crack-Dealer in den übel beleumundeten Seitengassen Bochums ehrfurchtsvoll zu. Sie nennen mich Lego-Las.
Ich fuhr nach Freiburg, um eine Zusammenrottung von Jungpoeten in einem Workshop auf das Poetry Slammen einzuschwören. Die Meute schrieb sich die Fingerkuppen schrundig, während draußen höllengleiche Gluthitze vom Himmel herab briet. Kaum waren sie fertig, rannte ich auch schon zum Bahnhof, denn noch am selben Tag stand ein Auftritt in Heidelberg an.
Dort durfte ich im Rahmen eines Open Air und On The Beach durchgeführten U20-Slams den Featured Poet geben. Man hatte auf einem brachliegenden Gelände Sand aufgeschüttet und einen Pool montiert und reichte dazu Cocktails. Lego-Las im Glück.
Den U20-Slam gewannen Sophie Passmann und Philipp Herold, die am Ende von einigen hundert Sonnenanbetern den meisten Zuspruch erhielten. Ich nickte anerkennend und tunkte eine Grillwurst in meinen Caipi. Mit Senf.
Freitag Morgen verließ ich Heidelberg zügig (sprich: im Zug), denn Heidelberg sieht aus, als wäre es aus Playmobil.
Außerdem stand früh am Samstag das Herner Hügelrufen an. Im Rahmen der Eröffnung des Skulpturenparks hinter den Flottmann-Hallen kletterten einige Slammer mit Megaphonen auf Anhöhen und performten auf die flanierenden Menschen hinab. Das Line-Up konnte sich sehen lassen, leider ließ sich nicht allzu viel Publikum blicken. Das lag sicher nicht an Andy Strauß, Laura Reichel, Sina Langner, Sascha Rutzen, Sebastian Wiesinger, Debbie Schefoer, Nadia, Miriam oder Straeter. Es wird auch nicht an den beiden Slam-Groupies gelegen haben, die sich als „die Eine und die andere Muschi“ vorstellten und sich dann bei allen total beliebt machten, in dem sie Wasserbomben auf ältere Damen und Steine auf Skulpturen warfen. Es lag an der Sonne, die in ihrem übertriebenen Geltungsdrang einfach mal vom Himmel herab knallte, als wäre sie… fast so als wäre sie… nun ja, Einsteins linke Titte.
Sonntag legowierte ich mir ein Bild von Paul, dem Kraken-Orakel auf die Stirn und erkundete das Innere eines Sees. Die Woche klang aus, wie sie anklang. Heiß wie… na, ihr wisst schon.
Forum - Poetry Slam Magazin - Kann man dafür leben? Teil 6
Kann man dafür leben? Teil 6
Natürlich nur annähernd.
In der ersten Wochenhälfte jedenfalls hatte ich keine Auftritte und vertrieb mir die Zeit so, wie es die Sitte der Ahnen verlangte: Ich versuchte, mir mit Legosteinen ein regelmäßiges Punkte-Muster auf die Handrücken zu drücken, um den Respekt der Straße zu gewinnen. Tätowiert sein kann ja jeder Hipster; der neue Trend heißt Legowieren.
Am Donnerstag Morgen machte ich mich dann endlich auf, neue Abenteuer zu erleben. Auf dem Weg zum Bahnhof nickten mir die Crack-Dealer in den übel beleumundeten Seitengassen Bochums ehrfurchtsvoll zu. Sie nennen mich Lego-Las.
Ich fuhr nach Freiburg, um eine Zusammenrottung von Jungpoeten in einem Workshop auf das Poetry Slammen einzuschwören. Die Meute schrieb sich die Fingerkuppen schrundig, während draußen höllengleiche Gluthitze vom Himmel herab briet. Kaum waren sie fertig, rannte ich auch schon zum Bahnhof, denn noch am selben Tag stand ein Auftritt in Heidelberg an.
Dort durfte ich im Rahmen eines Open Air und On The Beach durchgeführten U20-Slams den Featured Poet geben. Man hatte auf einem brachliegenden Gelände Sand aufgeschüttet und einen Pool montiert und reichte dazu Cocktails. Lego-Las im Glück.
Den U20-Slam gewannen Sophie Passmann und Philipp Herold, die am Ende von einigen hundert Sonnenanbetern den meisten Zuspruch erhielten. Ich nickte anerkennend und tunkte eine Grillwurst in meinen Caipi. Mit Senf.
Freitag Morgen verließ ich Heidelberg zügig (sprich: im Zug), denn Heidelberg sieht aus, als wäre es aus Playmobil.
Außerdem stand früh am Samstag das Herner Hügelrufen an. Im Rahmen der Eröffnung des Skulpturenparks hinter den Flottmann-Hallen kletterten einige Slammer mit Megaphonen auf Anhöhen und performten auf die flanierenden Menschen hinab. Das Line-Up konnte sich sehen lassen, leider ließ sich nicht allzu viel Publikum blicken. Das lag sicher nicht an Andy Strauß, Laura Reichel, Sina Langner, Sascha Rutzen, Sebastian Wiesinger, Debbie Schefoer, Nadia, Miriam oder Straeter. Es wird auch nicht an den beiden Slam-Groupies gelegen haben, die sich als „die Eine und die andere Muschi“ vorstellten und sich dann bei allen total beliebt machten, in dem sie Wasserbomben auf ältere Damen und Steine auf Skulpturen warfen. Es lag an der Sonne, die in ihrem übertriebenen Geltungsdrang einfach mal vom Himmel herab knallte, als wäre sie… fast so als wäre sie… nun ja, Einsteins linke Titte.
Sonntag legowierte ich mir ein Bild von Paul, dem Kraken-Orakel auf die Stirn und erkundete das Innere eines Sees. Die Woche klang aus, wie sie anklang. Heiß wie… na, ihr wisst schon.
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