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Forum - Texte - Guten morgen Sonnenschein!

FelixYoung

Guten morgen Sonnenschein!

Bin grade aufgewacht. Irgendwas ist anders. Ich sehe mich um und erkenne nichts wieder. Alles sieht anders aus. Die Wände, das Bett, der Schrank und der Fernseher. Alles größer, oder kleiner,
Alles ist auf jeden fall anders. Einer Horde, aus Diddelmäusen und ähnlichen Stofftieren mit viel zu großen Augen, starrt mich an. Sie scheinen nur darauf zu warten, dass ich aufstehe und sie mich überrennen können, doch das könnte denen so passen. Ich weiß zwar nicht, wo ich bin, aber ich weiß, dass dieses Bett verdammt gemütlich ist.
Bemerke, dass ich keine Hose mehr anhabe… mir wird so langsam einiges klar. Erstmal: darum scheint das Bett so gemütlich zu sein, und darum sieht das Zimmer so anders aus. Ich hänge erstmal noch ein bisschen rum (hehe) und warte darauf, dass noch irgendwer in das Zimmer kommt. Vielleicht muss ich nur ein Gesicht sehen und alles fällt mir wieder ein.
Es kommt kein erleuchtendes Gesicht herein. Im Grunde genommen kommt niemand herein, weswegen ich mich entscheide aufzustehen.
Hebe meinen Kopf langsam aus dem Kopfkissen - lange, silberne schimmernde Fäden hangeln sich von meiner Wange zum Kissen. Ich hoffe es ist mein eigener Speichel. Wenn nicht, war das eine ziemliche Sauerei gestern…
Nachdem ich nun auch die letzten Chips - und Keksreste aus Nabel und Ritze entfernt habe, suche ich meine Unterbekleidung, um schnell zu verschwinden.

Die Plüscharmee hat unterdessen aufgehört mich anzuglotzen und starrt nun entsetzt auf das Dresden 1945, was einst ihr Lebensraum war.
Habe eine Unterhose gefunden.
Ich fühle mich irgendwie so, als wäre ich gewachsen und wundere mich darüber, dass ich aus irgendeinem Grund weiß, wo ich ein paar Shirts herumliegen.
Das Anziehen entpuppt sich als Qual, denn der Schädel schmerzt mit jeder Bewegung mehr und mehr und auch der Gleichgewichtssinn ist auf dem Stand eines betrunkenen Tintenfisches. Naja, irgendwann sitzt die Hose und selbst zwei verschiedene Socken, mit fetten Löchern drin, sind über die Füße gestreift. Erste Hürde geschafft. Jetzt kommt der knifflige Teil - die Lage checken und sich nichts anmerken lassen.
Ich mache langsam die Tür auf. Jemand ist am duschen. Ein kleiner Hund rennt auf mich zu und leckt meine, aus den Socken quillenden, Zehen ab. Wenn der wüsste wo diese Zehen überall waren. Wahrscheinlich würde ich ihn fragen - ich weiß es ja selbst nicht mehr.
Gut. Weiter. Da der Kleffer seine Arbeit gewissenhaft erledigt hat, möchte er entlohnt werden. Da es darauf hinauslaufen wird, dass er anfangen wird zu bellen, wenn ich ihm nichts gebe, suche ich etwas in meinen Taschen. Ein paar Fussel und ein Kaugummi stellen ihn ruhig.
Ich gehe weiter und bemerke Türen auf denen mit bunter Schrift verschiedene Namen geschrieben wurden. „Amy“ und „Phil“. Irgendwie gefallen mir die Namen.
Während ich so herumstöbere und mich umsehe ertönt hinter mir eine Frauenstimme: „Na du Schlaftablette? Die beiden sind in der Schule und du solltest dich auch langsam mal fertig machen!“

Ich drehe mich langsam um und denke dabei immer wieder nur „Verdammte Scheiße! Jetzt musst du dir was einfallen lassen!“
„Guten Morgen. Ja ich denke, ich sollte los… war zwar ganz witzig, aber ich glaube wir sollten das am besten vergessen…“
Ich denke mir, während ich das sage, was für ein unglaubliches Arschloch ich bin und schäme mich. Dann sehe ich den Ursprung der Stimme. Es ist eine ungefähr 40 Jahre alte Frau. Oh verdammter Mist. Voll in eine Tretmiene.
„Was redest du da?“ fragt sie und ich ringe mit Worten.
„Ich eh… also das war nicht… also… eh… oh jeh…“
„Nein ernsthaft,“ sagt sie, „ du bist spät dran. Du kommst zur spät zur Arbeit!“

… HÄ?
Ich sehe in den Spiegel. Ich sehe aus wie ein 40 Jahre alter Mann, leichter Bartwuchs und das volle Programm.

Also, das ist mir noch nie passiert.



Ausnahmsweise ein (hoffentlicht) eher witziger Text. Die Trauer etc. musste dem mal kurz weichen. Ich hoffe, dass der Text nicht allzu blöd und unreif wirkt, weswegen ich ihn auch hier hereinschreibe. Bin gespannt auf eure Rückmeldungen.

Felix